Kabelzugeinheit

Eine Kabelzugeinheit, auch als Linear Cable Engine beziehungsweise LCE bezeichnet, bewegt und führt schwere Kabel geradlinig durch Produktions-, Lager- und Handlingprozesse. Mehrere angetriebene Radpaare greifen das Kabel von gegenüberliegenden Seiten und übertragen die erforderliche Zugkraft kontrolliert auf die Kabeloberfläche.

Münstermann entwickelt kundenspezifische Linear Cable Engines für Hochspannungs-, Offshore- und Subsea-Kabel. Die modularen Anlagen können als eigenständige Transporteinheit betrieben oder vollständig mit Rollenbahnen, Cable Carousels, Verlegearmen und übergeordneten Steuerungssystemen synchronisiert werden. Im Unterschied zu einer Kabelwinde wird das Kabel dabei nicht aufgewickelt, sondern entlang eines definierten Transportwegs gezogen beziehungsweise geführt.

Einsatzbereiche

Be- und Entladen von Cable Carousels

In Verbindung mit einem Cable Carousel beziehungsweise Turntable unterstützen Kabelzugeinheiten das kontrollierte Einlegen und Entnehmen großer Kabellängen. Die Antriebe können mit der Drehbewegung des Carousels und weiteren Handling-Komponenten synchronisiert werden.

Transport in Kabel- und Zwischenlagern

Die Zugeinheiten bewegen Hochspannungs-, Offshore- und Subsea-Kabel zwischen Produktions-, Speicher- und Lagerbereichen. In Kombination mit individuell ausgelegten Rollenbahnen entsteht ein durchgängiger und auf das Kabel abgestimmter Transportweg.

Funktionsweise & Ausführungsoptionen

Die Kabelzugeinheit führt das Kabel zwischen mehreren gegenüberliegenden Radpaaren. Die angetriebenen Räder übertragen die Zugkraft gleichmäßig auf die Kabeloberfläche und bewegen das Kabel mit definierter Geschwindigkeit vorwärts oder rückwärts. Anzahl, Anordnung und Ausführung der Radpaare werden an Kabeldurchmesser, Kabelgewicht, Oberfläche und erforderliche Zugkraft angepasst.

Durch den modularen Aufbau lässt sich die Leistung der Linear Cable Engine projektbezogen skalieren. Jedes zusätzliche Radpaar erhöht die verfügbare Zugkraft um etwa 2 t. Bei höheren Anforderungen können mehrere Zugeinheiten miteinander kombiniert und steuerungstechnisch synchronisiert werden.

Mögliche Ausführungsoptionen:

  • Modularer Aufbau mit mehreren angetriebenen Radpaaren
  • Schwerlast-Staplerräder oder Lkw-Räder entsprechend der Anwendung
  • Anpassung an unterschiedliche Kabeldurchmesser und Kabeloberflächen
  • Vorwärts- und Rückwärtsbetrieb
  • Kontrollierte Regelung von Geschwindigkeit und Zugkraft
  • Einzelbetrieb oder synchronisierter Betrieb mehrerer Zugeinheiten
  • Kombination mit individuell ausgelegten Rollenbahnen
  • Autarker Betrieb mit integrierter Steuerung
  • Integration in automatisierte Kabelproduktions- und Handlinglinien
  • Anbindung an übergeordnete Steuerungs- und Prozessleitsysteme
  • Kundenspezifische mechanische und elektrische Schnittstellen

Technische Daten

0 - 25 m/min

Kabelgeschwindigkeit

bis 10 t (100 kN)

Zugkraft

bis 350 mm

Kabeldurchmesser

Besonderheiten der Münstermann Kabelzugeinheiten

Modular skalierbare Zugkraft

Das Baukastensystem ermöglicht eine anforderungsgerechte Konfiguration der Linear Cable Engine. Jedes zusätzliche Radpaar erhöht die verfügbare Zugkraft um etwa 2 t. Für besonders anspruchsvolle Transportaufgaben können mehrere Einheiten hintereinander eingesetzt werden.

Kontrollierte Kraftübertragung

Mehrere Radpaare verteilen die erforderliche Zugkraft auf eine größere Kontaktfläche. Räder, Anpressung und Antriebsleistung werden auf den jeweiligen Kabelaufbau abgestimmt, um das Kabel kontrolliert zu bewegen und unerwünschten Schlupf zu reduzieren.

Synchronisierte Bewegungsabläufe

Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung der Zugeinheit lassen sich mit Cable Carousels, Verlegearmen, Rollenbahnen und weiteren Anlagenkomponenten synchronisieren. Dadurch entsteht ein kontrollierter Materialfluss über mehrere Prozessschritte hinweg.

Autarker oder integrierter Betrieb

Die Kabelzugeinheiten können mit eigener Steuerung als eigenständige Anlagen betrieben werden. Alternativ ist eine vollständige Einbindung in die Automatisierung und das Prozessleitsystem der Kabelfertigung möglich.

Kundenspezifische Rollenbahnen

Abstand, Durchmesser, Lagerung und Oberfläche der Transportrollen werden an Kabelgewicht, Kabelzustand und Produktionsschritt angepasst. Möglich sind beispielsweise gummierte Rollen für empfindliche Kabeloberflächen oder robuste Stahlausführungen für fertig bewehrte Kabel.

Robuste und wartungsfreundliche Konstruktion

Die Anlagen sind für hohe mechanische Belastungen und den industriellen Dauerbetrieb ausgelegt. Gut zugängliche Komponenten erleichtern Inspektion, Wartung und Service.

Matthias Evermann

Projektierung und Vertrieb Automatisierungssysteme

Volker Bergenroth

Projektierung und Vertrieb Automatisierungssysteme

Häufig gestellte Fragen

Eine Kabelzugeinheit ist eine angetriebene Anlage für den geradlinigen Transport schwerer Kabel. Mehrere gegenüberliegende Radpaare greifen das Kabel und bewegen es mit kontrollierter Geschwindigkeit und Zugkraft. International werden diese Anlagen als Linear Cable Engines oder kurz LCEs bezeichnet.

Linear Cable Engines transportieren und führen Hochspannungs-, Offshore- und Subsea-Kabel zwischen Produktions-, Prüf-, Speicher- und Lagerbereichen. Sie können außerdem das Be- und Entladen von Cable Carousels und Turntables unterstützen.

Das Kabel wird zwischen mehreren angetriebenen Radpaaren geführt. Die Räder übertragen die Antriebskraft über den direkten Kontakt kontrolliert auf die Kabeloberfläche. Anzahl und Ausführung der Radpaare werden an die erforderliche Zugkraft und die Eigenschaften des Kabels angepasst.

Die Münstermann Anlagen sind für schwere Hochspannungs-, Höchstspannungs-, Offshore-, Subsea- und andere Sonderkabel ausgelegt. Möglich sind Kabeldurchmesser bis 350 mm. Die konkrete Ausführung wird projektbezogen festgelegt.

Münstermann realisiert Kabelzugeinheiten mit Zugkräften bis 100 kN und Kabelgeschwindigkeiten von 0 bis 25 m/min. Durch zusätzliche Radpaare oder mehrere synchronisierte Einheiten kann die Anlage an unterschiedliche Prozessanforderungen angepasst werden.

Die Steuerung kann als autarke Lösung oder als vollständig integrierter Bestandteil einer Kabelproduktions- und Handlinglinie ausgeführt werden. Die Zugeinheiten lassen sich mit Rollenbahnen, Cable Carousels, Verlegearmen und übergeordneten Prozessleitsystemen synchronisieren.