Bastian Heitkötters Einstieg bei Münstermann war 2013 eine echte Bewährungsprobe, denn damals gab es die Gruppe Forschung & Entwicklung noch gar nicht. Als Frank Münstermann dem damaligen Studenten im Strömungslabor der FH-Münster einen Job im Vertrieb anbot, lehnte dieser dankend ab. „Im Vertrieb wäre ich nicht glücklich geworden“, war für Bastian schon damals klar.
Münstermann als potenzieller Arbeitgeber sei aber sehr attraktiv gewesen. Sein Professor hatte die Idee, die Prozesse bei Münstermann wissenschaftlich zu begleiten. Also schlug Bastian ein Pilotprojekt in eigener Sache vor: sechs Monate in Teilzeit, um zu zeigen, was er im Bereich F&E für Münstermann leisten konnte. „Damals stand bei Münstermann alles auf Nein, aber Frank hat mir eine Chance gegeben“, erinnert sich Bastian zurück. Im Bereich Thermoprozessanlagen für die Automobilindustrie konnte er sich mit einem eigenen Simulationsmodul einbringen, für mehr Effizienz sorgen und so dazu beitragen, dass Münstermann in dieser Sparte zum Key Market Player wurde. Nach nur drei Monaten war man sich bei Münstermann einig: „Du darfst nicht mehr gehen.“
Spannendes Miteinander
„Warum funktioniert es nicht so, wie gedacht?“ – das ist heute die klassische Frage, die sich der 41-jährige Master of Engineering im Maschinenbau bei Münstermann stellt, wenn zum Beispiel die Temperaturverteilung in einer Trocknungsanlage nicht passt. „Ich nehme sowas mit nach Hause und habe den Ansporn, stark darüber nachzudenken. Wenn mir dann ein Ansatz einfällt, mache ich mir schnell Stichpunkte und probiere es am nächsten Tag in der Firma aus.“ Gemeinschaftliche Problemanalysen sind genau seins: „Ich finde das Miteinander spannend, wenn z. B. Techniker, Konstrukteure und Programmierer gemeinsam diskutieren, wie etwas optimiert werden kann.“ Schließlich sind alle Münstermänner bestrebt, mit jeder neuen Sonderanlage einen Kunden zufriedenzustellen. „Wenn jede Anlage fast ein Prototyp ist, hat niemand Erfahrung damit“, weiß Bastian und betont, wie wichtig die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit bei Münstermann ist, um immer wieder neue Lösungen für noch nicht dagewesene Probleme zu finden.
Im Homeoffice ist Bastian deshalb so gut wie nie. „Ich bin lieber im Büro, weil ich den Austausch mit meinen Kollegen mag. Ich habe zwar ein Einzelbüro, sitze aber direkt neben meiner Gruppe. So habe ich Ruhe zum Telefonieren und werde nicht abgelenkt, kann aber jederzeit Unterstützung erhalten und geben“, erklärt er die Vorzüge der Arbeit vor Ort bei Münstermann. Er sieht sich selbst in seiner Funktion als Gruppenleitung eher als Spielertrainer. „Wir haben bei Münstermann ein sehr schönes Arbeitsklima, flache Hierarchien und mit der F&E ein junges Team, dem ich vertrauen kann und auf das immer Verlass ist“, ist Bastian glücklich mit seinem Job. Aber auch er hält seinem Team den Rücken frei und fliegt schon mal selbst zur Inbetriebnahme einer neuen Anlage, weil sein Kollege gerade erst von einer Baustelle im Ausland zurückgekehrt ist und nicht schon wieder los soll. Dabei müssten es für Bastian Heitkötter selbst gar nicht so viele Dienstreisen sein: „Ich bin auch gern zu Hause“, gibt er offen zu. Dort freuen sich seine Frau und seine zwei kleinen Kinder, dass er nicht gerade auf einer Baustelle in China oder Malaysia unterwegs ist.
Forschen im schwebenden Zustand
Natürlich, auch die „0815“-Volumenstrommessung muss sein, denn das Team der Forschung und Entwicklung ist bei vielen Münstermann-Projekt von Anfang bis Ende involviert. „Schon bei der Angebotserstellung greift der technische Vertrieb gerne auf unsere Expertise zurück, ebenso wie bei der Auslegung, bei der Konstruktion und nicht zuletzt bei der Inbetriebnahme auf der Baustelle.“ Spannend wird es für Bastian immer dann, wenn niemand weiterweiß. „Ich würde gern mal eine Inertgasanlage mit einer Schleuse kombinieren, die ich schon für den medizinischen Bereich gebaut habe“, berichtet Bastian von einem Vorhaben, das er gern umsetzen würde, falls der passende Kunde Bedarf hat. Ein neuer Prüfstand im unternehmenseigenen Technikum für einen Schwebetrockner, um die schwebende Förderung von Folien durch Trocknungsanlagen tiefer zu analysieren und optimieren - das schwebt Bastian selbst vor, wenn er sich etwas für die Ausstattung der F&E wünschen dürfte.
Mit Blick auf seine eigene Vergangenheit als Student und den künftigen wissenschaftlichen Nachwuchs bedauert er, dass er selbst als Gruppenleitung nur wenig Zeit für Studierende hat, um diese bei ihrer Bachelorarbeit zu betreuen – geschweige denn ein Thema bereitzustellen. „Das wäre spannend, aber in der Forschung und Entwicklung fehlt uns einfach die Zeit“, erklärt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Auch wenn so mancher Münstermann hier meint, F&E stehe eigentlich für Freizeit und Erholung“.
Bastian, du hast vor deinem Studium im Maschinenbau eine Ausbildung im Handwerk gemacht. Warum war das aus deiner Sicht die richtige Entscheidung?
„Im Maschinenbaustudium hatte ich einen Kommilitonen, dem ich während einer der ersten Vorlesungen erstmal erklärt habe, wie ein Kugellager funktioniert. Der hatte keine Ahnung. Meine Ausbildung zum Industriemechaniker und einige Monate Berufserfahrung als Geselle haben mir sehr beim Studium geholfen, denn bestimmt zu 80 Prozent ging es um mechanische Prozesse. Erste Praxiserfahrung ist sehr hilfreich und man hat einfach einen anderen Blick für Problemlösungen.“
Warum ist die Zusammenarbeit von Unternehmen wie Münstermann und der FH Münster so wichtig?
„Ohne meine Arbeit als Student im Strömungslabor der FH Münster hätte ich Frank Münstermann nicht kennengelernt. Schon meine Masterarbeit habe ich über Glaswolle geschrieben. In meinen ersten 2 Jahren bei Münstermann habe ich ein ZIM-Projekt mit der FH Münster begleitet. ZIM steht für Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand und bringt Forschende und Unternehmen für Durchführungsstudien zusammen, um z. B. technische Vorprojekte oder Tests für geplante Innovationen durchzuführen. Beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit!“